Sabrina Bracher/iStock

mitWIRken Erbach/Michelstadt

Neues vom Projektstandort


Selbsthilfegruppe „Flucht und Neuanfang“ für Geflüchtete aus der Ukraine

Seit Mai 2026 gibt es eine Selbsthilfegruppe für Geflüchtete aus der Ukraine, die jeden 3. Freitag im Monat von 17:30 bis 19:30 Uhr im Selbsthilfebüro Michelstadt, Untere Pfarrgasse 7 in 64720 Michelstadt stattfindet. Geleitet wird die Selbsthilfegruppe von Iryna Radova und Liudmyla Dlugosh. Menschen aus der Ukraine machen im Odenwaldkreis die größte Gruppe der Geflüchteten aus.
Die Selbsthilfegruppe „Flucht und Neuanfang“ bringt Menschen aus der Ukraine zusammen, die aufgrund des Krieges gezwungen waren, ein neues Leben in Deutschland zu beginnen. Im Laufe unserer Treffen ist ein warmer und geschützter Raum entstanden, in dem Menschen offen über ihre Herausforderungen, Sorgen, Erfolge und Hoffnungen sprechen können. Hier finden sie Unterstützung, können ihre Erfahrungen teilen und erleben, dass sie mit ihren Gefühlen und ihrem Weg nicht allein sind. Für viele ukrainische Geflüchtete sind diese Treffen weit mehr als nur ein Austausch – sie sind ein Ort, an dem man gehört wird, Unterstützung findet und neue Kontakte knüpfen kann. In einer Zeit voller Veränderungen und Herausforderungen sind solche Räume von unschätzbarem Wert. Wenn Sie sich von diesem Angebot angesprochen fühlen, freuen wir uns, Sie bei einem unserer nächsten Treffen begrüßen zu dürfen.

Die Selbsthilfegruppe wurde im Rahmen des Projekts MitWIRken ins Leben gerufen und wird von den Sozialraumkoordinatorinnen unterstützt.

Kontakt

Selbsthilfegruppe Flucht und Neuanfang
Jeden 3. Freitag im Monat
Selbsthilfebüro Odenwald, Untere Pfarrgasse 7,64720 Michelstadt
Anmeldung erforderlich.

Ansprechperson:
Iryna Radova:
+380505574570
radovairina6996(at)gmail.com

Selbsthilfebüro:
Claudia Ray
06061 / 9692290
0159 / 04606939
selbsthilfe.odenwald(at)paritaet-projekte.org

Link zur Selbsthilfegruppe
 


MitWIRken machte Mut zur politischen Beteiligung

Informationsveranstaltung in Michelstadt klärte über die Wahl zum Ausländerbeirat auf

Wer darf bei der Wahl zum Ausländerbeirat seine Stimme abgeben? Wie funktioniert die Wahl und welche Möglichkeiten gibt es, sich auch über die Wahl hinaus politisch einzubringen? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung des Projekts MitWIRken im Sozialraum Erbach/Michelstadt, die am 11. Februar im Begegnungscafé Kompass in Michelstadt stattfand.

Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter des Ausländerbeirats Michelstadt sowie der Integrationskommission Erbach. Ziel der Veranstaltung war es, Menschen mit internationaler Geschichte über ihre Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren und sie zur Teilnahme an der Wahl zu ermutigen. Dass hier Informationsbedarf bestand, hatte Sandra Scheifinger, Sozialraumkoordinatorin des Projekts mitWirken bereits in Gesprächen mit Zugewanderten festgestellt. Immer wieder war deutlich geworden, dass viele Menschen gar nicht wussten, dass sie wahlberechtigt waren. Umso größer war das Interesse, als bei der Veranstaltung erläutert wurde, wer an der Wahl teilnehmen durfte. Dazu gehörten auch Menschen mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis.

Politische Teilhabe stärken

Wie wichtig verständliche Informationen waren, zeigte sich auch bei der Vorstellung des Wahlablaufs. Für die Integrationskommission Erbach waren Vladimira Barton, Kiran Fatima und Nassira Agrimi gekommen. Unterstützt wurden sie von Atiqullah Joya, Integrationsguide der Stadt Erbach. Anhand von Musterstimmzetteln erklärten sie Schritt für Schritt, wie die Stimmabgabe funktionierte und wie viele Stimmen vergeben werden konnten.

Liliana Pascaru stellte anschließend die Arbeit des Ausländerbeirats Michelstadt vor. In einer anschaulichen Präsentation erläuterte sie, welche Aufgaben das Gremium übernahm und wie Bürgerinnen und Bürger sich einbringen konnten. Dabei wurde deutlich, dass politische Beteiligung nicht erst mit einer Kandidatur für den Ausländerbeirat begann. Die Besucherinnen und Besucher erhielten außerdem ein Informationsblatt mit den wichtigsten Informationen zur Wahl sowie den Kontaktdaten von Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in Erbach, Michelstadt und weiteren Kommunen im Odenwaldkreis.

Interesse und viele Fragen

Im Anschluss an die Präsentationen entwickelte sich ein reger Austausch. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und direkt mit den Vertreterinnen und Vertretern der Gremien ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung zeigte, dass persönliche Gespräche und leicht zugängliche Informationen eine wichtige Rolle dabei spielen, politische Beteiligung zu ermöglichen. Wer seine Rechte und Möglichkeiten kenne, kann sich eher aktiv in das gesellschaftliche Leben vor Ort einbringen.

Mit der Veranstaltung setzte das Projekt MitWIRken damit einen Impuls für mehr politische Teilhabe. Zugleich wurde deutlich: Beteiligung beginnt mit Information – und manchmal auch mit der einfachen Frage, ob man überhaupt wählen darf.


Sandra Scheifinger stellt sich vor

Ich bin von Beruf Sozialpädagogin, habe Erfahrung in der Betreuungs- und Beratungsarbeit mit psychisch belasteten Menschen und Menschen in besonders herausfordernden Lebenslagen. Seit 2016 arbeite ich hauptsächlich mit Menschen mit internationaler Geschichte, die teilweise auch Fluchterfahrung haben. 

Ich hatte in den letzten 12 Jahren die Gelegenheit, in unterschiedlichen Projekten mit vielen interessanten Menschen zusammen zu kommen, was mein (Berufs)leben enorm bereichert hat. Es macht mir sehr viel Spaß, andere Kulturzusammenhänge kennen zu lernen und es ist mir eine Herzensangelegenheit, dazu beizutragen, dass Zugewanderte- aus welchen Gründen und Zusammenhängen auch immer- sich in ihrer neuen Heimat gut zurecht zu finden und sich wohl fühlen.

Im Projekt mitWIRken finde ich besonders gut, dass ein starker Fokus auf Selbstwirksamkeit und Partizipation der Zugewanderten liegt und gleichzeitig durch die Projektarbeit ein friedliches Miteinander der Herkunftsgesellschaft und der zugewanderten Menschen gefördert wird- ein Aspekt, der hinsichtlich der Zunahme von Rechtsruck und negativer Darstellung von Migration in Medien und Politik immer wichtiger wird. Menschen unterschiedlichster Art und Herkunft zusammen zu bringen und zu vernetzen, damit sie sich zunehmend selbst stärken und unterstützen können- hierfür schafft das Projekt MitWIRken einen Spielraum, den ich als Sozialraumkoordinatorin am Standort Erbach/Michelstadt ausweiten möchte- damit Erbach und Michelstadt bunt, vielfältig und friedvoll bleiben kann!