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mitWIRken Alzey

Neues vom Projektstandort


Demokratietag in Alzey

Beim Demokratietag in Alzey war mitWIRken mitten im Geschehen. Für mich, Derya Dogan, ist genau das der richtige Ort für unser Projekt, denn Demokratie beginnt nicht erst bei Wahlen oder in politischen Gremien. Sie beginnt dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, ihre Meinung äußern und erleben, dass ihre Stimme gehört wird.

An unserem Stand auf dem Fischmarkt entstanden viele unterschiedliche Gespräche. Menschen blieben stehen, stellten Fragen, erzählten von ihren Erfahrungen und davon, was sie in Alzey beschäftigt. Genau solche Begegnungen sind für meine Arbeit besonders wertvoll.

MitWIRken möchte Menschen nicht nur informieren, sondern sie ermutigen, selbst aktiv zu werden und ihr Umfeld mitzugestalten. Dabei geht es auch darum, Menschen zusammenzubringen, die sich im Alltag vielleicht nicht begegnen würden.

Der Demokratietag hat für mich wieder gezeigt: Beteiligung braucht Gelegenheiten, Begegnung und manchmal einfach jemanden, der den ersten Raum dafür öffnet. Denn eine lebendige Demokratie entsteht dort, wo Menschen merken: Ich kann etwas sagen. Ich werde gehört. Und ich kann etwas bewegen.


Internationales Frauenfrühstück

Einmal im Monat kommen beim Internationalen Frauenfrühstück in Alzey Frauen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten zusammen. Sie sprechen verschiedene Sprachen, sind in unterschiedlichen Ländern aufgewachsen und bringen unterschiedliche Erfahrungen mit. Am Frühstückstisch wird aber schnell deutlich, wie vieles sie miteinander verbindet.

Es wird gegessen, gelacht, erzählt, nachgefragt und zugehört. Manche Frauen bringen etwas aus ihrer eigenen Küche mit. Andere kommen einfach auf einen Kaffee vorbei. Aus ersten Begegnungen entstehen Gespräche, Kontakte und manchmal auch Freundschaften.

Für mich ist das Frauenfrühstück ein gutes Beispiel dafür, was Sozialraumarbeit bewirken kann. Es braucht nicht immer ein großes Programm. Manchmal braucht es zunächst einen offenen Raum, in dem Menschen sich willkommen fühlen. Besonders schön ist, dass die Frauen selbst Ideen einbringen und das Treffen mitgestalten. So entstehen neue Themen und Impulse direkt aus der Gruppe.

Genau darum geht es bei mitWIRken: nicht Angebote für Menschen zu entwickeln, sondern Räume zu schaffen, in denen Menschen selbst etwas entwickeln können. Und manchmal beginnt Teilhabe ganz unkompliziert bei einer Tasse Kaffee und einem gemeinsamen Frühstück.

Über mich

Mein Name ist Derya Dogan und ich bin Sozialraumkoordinatorin im Projekt mitWIRken in Alzey. 

In meiner Arbeit bringe ich Menschen zusammen, schaffe Räume für Begegnung und vernetze Bürgerinnen und Bürger mit Vereinen, Initiativen, Institutionen und Politik.

Mir ist wichtig, nicht für Menschen zu entscheiden, was sie brauchen, sondern ihnen zuzuhören und gemeinsam zu schauen, was sie selbst gestalten und verändern möchten. 

Denn für mich entsteht echte Teilhabe dort, wo Menschen ihre eigenen Ideen, Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen können.

Mein Ziel ist ein Alzey, in dem Vielfalt selbstverständlich ist, Menschen miteinander ins Gespräch kommen und aus Begegnung ein echtes Wir entsteht.

derya.dogan(at)regionale-diakonie.de


In 80 Minuten um die Welt

Unter der beeindruckenden Erdkugel GAIA in der Nikolaikirche Alzey bekam die Frage nach Heimat und Zugehörigkeit eine ganz besondere Bedeutung.

Bei unserer Veranstaltung „In 80 Minuten um die Welt“ erzählten Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten von ihren Herkunftsländern, ihren Erfahrungen und ihrem Leben hier. Kolumbien, verschiedene Regionen Asiens, die Türkei, Kamerun und Kosovo kamen an diesem Abend mitten in Alzey zusammen.

Dabei ging es nicht darum, Länder mit Zahlen und Fakten vorzustellen. Im Mittelpunkt standen die Menschen selbst. Was bedeutet Zuhause? Welche Missverständnisse begegnen einem zwischen verschiedenen Kulturen? Welche Werte nimmt man aus seiner Herkunft mit? Und was verbindet das frühere mit dem heutigen Zuhause?

Die persönlichen Geschichten machten deutlich, dass Heimat für viele Menschen mehr als einen Ort haben kann. Sie kann aus Erinnerungen bestehen, aus Sprache und Familie, aber auch aus neuen Begegnungen und dem Gefühl, irgendwo angenommen zu sein.

Unter der Kunstinstallation GAIA wurde sichtbar, was uns im Alltag manchmal verloren geht: Wir kommen vielleicht aus unterschiedlichen Teilen dieser Erde, aber wir teilen viele Wünsche, Hoffnungen und Erfahrungen. Für mich war dieser Abend deshalb mehr als eine Reise durch verschiedene Länder. Er war eine Begegnung zwischen Menschen.

Und genau dort beginnt mitWIRken: wo wir einander nicht nur sehen, sondern anfangen, einander zuzuhören.