Evangelische Kirche warnt EU-Parlament vor Abschiebezentren

veröffentlicht 31.03.2026, Menschen wie wir

Das EU-Parlament hat am 27. März den Weg für Abschiebezentren ausserhalb der EU geebnet. Mit Stimmen von Konservativen und Rechtsaussen bringt das Europaparlament eine deutlich verschärfte Rückführungspolitik voran. Kirchen und Hilfswerke kritisieren das Vorgehen scharf.

Das Europaparlament hat strengere Abschieberegelungen beschlossen – betroffen sind teils auch Kinder und Minderjährige. Katrin Hatzinger, Leiterin des Brüsseler Büros der Bevollmächtigten des Rates der EKD bei der Bundesregierung und der EU, befürchtet zunehmende Menschenrechtsverletzungen unter anderem durch die Einführung sogenannter Abschiebezentren. Damit will die EU es den Mitgliedstaaten ermöglichen, ausreisepflichtige Menschen nicht nur in ihre Herkunftsländer, sondern auch in Drittstaaten zu bringen.

Die Kirchenvertreterin bei der EU kritisierte auch, dass nach der neuen sogenannten Rückführungsverordnung aus mehr Gründen als bisher Menschen in Abschiebehaft genommen werden können, auch unbegleitete Minderjährige. Bedenklich seien auch Einschränkungen beim Rechtsschutz gegen Abschiebeentscheidungen sowie die Priorisierung von Abschiebung gegenüber freiwilliger Rückkehr, die nachweislich nachhaltiger und kostengünstiger sei, so Hatzinger - zumal Abschiebungen in der Praxis oft an der mangelnden Kooperation der Herkunftsstaaten scheiterten.

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