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Schulleiterin Ellen Reuther geht

Eine von hier geht in den Ruhestand

privat/Laubach KollegEllen ReutherEllen Reuther

Am Laubach Kolleg geht eine Institution: Über zwei Jahrzehnte prägte Ellen Reuther die evangelische Schule. Die langjährige Schulleiterin stammt aus dem Dill-Kreis und hat viele Menschen geprägt. Was hat sie bewegt?

Laubach KollegDas Laubach Kolleg mit Schülerinnen und Schülern 2017Das Laubach Kolleg mit Schülerinnen und Schülern (Archivbild 2017)

Die langjährige Schulleiterin des evangelischen Laubach-Kollegs, Ellen Reuther, ist am Donnerstag (21. Juli 2022) in den Ruhestand verabschiedet worden. Seit Februar 1999 stand Reuther an der Spitze der Modell-Schule des ersten und zweiten Bildungswegs in Laubach (Kreis Gießen). Die Religions- und Chemielehrerin baute in ihrer Amtszeit unter anderem das Bildungsangebot an dem Kolleg in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) deutlich aus.

 

Naturwissenschaftliche Fächer ausgebaut

An der traditionsreichen kirchlichen Schule, deren Anfänge auf das Jahr 1555 zurückgehen, wird inzwischen seit fast einem Jahrzehnt auch digitaler Unterricht angeboten. Zudem wurden die naturwissenschaftlichen Fächer deutlich ausgebaut. Die zuletzt 265 Schülerinnen und Schüler haben heute auch die Möglichkeit, in Laubach das hessische internationale Abitur abzulegen.

 

Erlebbare Lern-Anlässe schaffen

Zudem setzte Reuther in ihrer Zeit verstärkt darauf, „erlebbare Lern-Anlässe“ zu schaffen, die Praxis und Theorie miteinander verbinden. So gehörten Sponsoring-Fahrradfahrten zum Klimaschutz oder pilgern auf Luthers Spuren zur Projektarbeit. Zuletzt stellte sich das Kolleg auch der Herausforderung, jungen Geflüchteten hierzulande eine Perspektive zu geben. Dazu wurde das zur Schule gehörende Wohnheim reaktiviert und spezielle Bildungsprogramme aufgelegt.

 

Spielraum für innovative Gestaltung

„Der Schulträger hat stets einen ausreichend großen Spielraum für die innovative Gestaltung des Für – und Miteinanders gelassen und dabei großes Vertrauen in die Akteure und deren Verantwortungsbereitschaft gezeigt“, sagt Reuther rückblickend.  Und: „Ich habe versucht, weder Machbarkeitswahn noch stiller Ergebenheit im Bereich der Bildungsverantwortung zu folgen, sondern zuzuhören und dazuzulernen.“

 

Hohe schulfachliche Kompetenz

Nacht Worten von Sönke Krützfeld, dem verantwortlichen Oberkirchenrat für Schule und Religionsunterricht in der hessen-Nassauischen Kirche (Darmstadt) hat Reuther das Laubach-Kolleg mit „unermüdlicher Energie, einem klaren Blick für notwendige Entwicklungsschritte und hoher schulfachlicher Kompetenz“  als Oberstufengymnasium und Kolleg in der Region neu platziert.“ An der Spitze eines engagierten Kollegiums habe sie „über Jahre hinweg immer wieder  pädagogische Entwicklungen eingeleitet, die sich Jahre später als wegweisend erwiesen – zuletzt in Zeiten der Pandemie, das seit Jahren erprobte digitale Lehren und Lernen.“ Krützfeld hob auch das schulische Engagement für Geflüchtete heraus. So habe das Gymnasium auf Reuthers Initiative hin innerhalb weniger Wochen einen Realschulzweig für erwachsene Geflüchtete gegründet. 

 

Zur Person: Ellen Reuther

Ellen Reuther wurde am 6. September 1957 in Herfa-Grund (Landkreis Hersfeld-Rothenburg) geboren und wuchs in Siershahn, Haigerseelbach und Dillenburg auf. Dort war sie ehrenamtlich in der Jugendarbeit der evangelischen Gemeinde und als angestellte Küsterin in der örtlichen Kirchengemeinde tätig. Nach dem Abitur an der Wilhelm-von Oranien-Schule in Dillenburg 1976 studierte Ellen Reuther bis 1982 für das Lehramt an Gymnasien die Fächer Evangelische Theologie und Chemie. Am Johanneum-Gymnasium in Herborn begann Reuther 1982 ihre Tätigkeit als Pädagogin und schloss das Referendariat 1984 ab. Weitere Stationen ihres Berufslebens waren das Gymnasium Herborn, das Gymnasium des Wetteraukreises in Nidda und schließlich als ständige Vertretung des Schulleiters die Gesamtschule Gedern. 1999 trat Reuther dann die Stelle als Schulleiterin des Laubach-Kollegs an. Reuter war zudem vielfältig im kirchlichen Bereich engagiert. So war sie unter anderem ab 1993 in der Arbeitsgemeinschaft der Religionslehrer/innen und Pfarrer/innen im Dekanat Nidda mit der Gestaltung von Fortbildungsveranstaltungen betraut und wirkte in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung im Netzwerk von Gemeinde und Schule. 1995 wurde sie auch in den Gesamtkirchlichen Ausschuss für den Religionsunterricht der EKHN für die Gymnasiale Oberstufe berufen.

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