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Armut

Tafeln versorgen mehr als zwei Millionen Menschen

Wolfgang Borrs/Bundesverband Deutsche TafelSortieren von LebensmittelspendenSortieren von Lebensmittelspenden in einer Berliner Tafel

Bereits über 20 Jahre helfen sie Menschen in Not: Die Tafeln. Jedes Jahr kommen immer mehr Bedürftige zu den Ausgabestellen der Lebensmittel.

Die bundesweit mehr als 900 gemeinnützigen Tafeln versorgen immer mehr Bedürftige mit Lebensmitteln. Auf zwei bis 2,5 Millionen Menschen schätzt der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel, Jochen Brühl, die Zahl der Kunden an den mehr als 3.000 Ausgabestellen in ganz Deutschland. Über die klassischen „Armen“ hinaus suchen in letzter Zeit vermehrt Studenten und Flüchtlinge die Tafeln auf, wie Brühl in Wiesbaden sagte.

Nach den Angaben von Brühl engagieren sich bundesweit fast 60.000 Menschen ehrenamtlich für die Tafeln, etwa an den Ausgabestellen der Lebensmittel oder bei deren Transport. Zwar steige erfreulicherweise auch die Spendenbereitschaft von Supermärkten, Lokalen und Firmen, aber nicht im selben Ausmaß wie die Nachfrage der Bedürftigen. Armut sei in der reichen Bundesrepublik nach wie vor groß, obwohl andererseits pro Haushalt jährlich bis zu 80 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen würden. Allein in Hessen gibt es den Angaben zufolge 54 Tafeln.

Die ersten Tafeln in Deutschland, die sich mittlerweile bei Bedarf auch gegenseitig aushelfen, wurden 1993 eingerichtet. In den USA gibt es sie noch länger. Inzwischen kommen laut Brühl auch schon aus Ländern wie der Ukraine und Portugal Anfragen, wie sich die deutschen Tafeln organisieren.

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