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Gender-Gap

Unbefristete Niederlassung Geflüchteter: Frauen mit weniger Chancen

Marcin/Pixabay

Mit dem 2016 in Kraft getretenen Integrationsgesetz wurden die Voraussetzungen für eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erweitert. Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge müssen seither unter anderem Sprachkompetenz in Deutsch nachweisen und ihren Lebensunterhalt weitgehend eigenständig sichern. Empirische Befunde deuten darauf hin, dass dies insbesondere für Mütter und unverheiratete Frauen nachteilig ist.

Seit 2016 müssen Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge verschiedene Integrationsleistungen nachweisen, um aus der befristeten Aufenthalts- in eine unbefristete Niederlassungserlaubnis wechseln zu können. Analysen auf Basis der IAB-BAMF-SOEP Befragung von Geflüchteten aus dem Jahr 2020 zeigen, dass Frauen und vor allem Mütter seltener als Männer über die geforderte Sprachkompetenz in Deutsch verfügen. Auch werden sie seltener als Männer die geforderten Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung nachweisen können.

Frauen sind deutlich seltener erwerbstätig als Männer. Das gilt insbesondere dann, wenn sie mit minderjährigen Kindern im Haushalt leben.Verheiratete Frauen können die geforderte Lebensunterhaltssicherung und ausreichenden Wohnraum gegebenenfalls dank ihres Ehepartners nachweisen, was jedoch ihre Abhängigkeit erhöhen kann.

Gut vier von zehn Frauen der potenziell von der rechtlichen Neuregelung Betroffenen sind nicht verheiratet und müssen Lebensunterhaltsicherung und Wohnraum demnach eigenständig nachweisen. Aber auch diese Frauen sind deutlich seltener erwerbstätig als geflüchtete Männer.

Insgesamt erfüllen Frauen, und hier insbesondere unverheiratete Frauen und Mütter, seltener die Voraussetzungen für die unbefristete Niederlassung.  Sie haben daher bislang geringere Chancen auf diesen Aufenthaltstitel. Umso mehr sollten sie unterstützt werden – etwa beim Erwerb von Deutschkompetenz und bei ihrer nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt. Auch über eine Härtefallregelung sollte diskutiert werden.

Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier

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