Quelle: http://menschen-wie-wir.de/startseite/einzelansicht/news/meinungsfreiheit-ist-menschenrecht.html

Materialien für den 10. Dezember 2017

Meinungsfreiheit ist Menschenrecht

Jacek TaranDemonstrantin für Pressefreiheit klebt sich demonstrativ Klebeband über den Mund„Tu Deinen Mund auf“ - Freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit sind ein Menschenrecht.

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verkündet. Meinungs- und Pressefreiheit stehen für den demokratischen Rechtsstaat. Das Buch der Sprüche meint es ernst mit dem Thema Gerechtigkeit: „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.” Materialien der EKD für den Zweiten Advent.

Die Materialien zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember umfassen unter anderem Predigtanregungen, Liturgische Bausteine, Lieder und Hintergrundmaterial zur weltweiten Situation der Meinungsfreiheit.

„In vielen Ländern ist es nicht möglich, seine Meinung frei zu sagen oder zu veröffentlichen, ohne Gefahr zu laufen, bestraft zu werden. Häufig werden Reporter überwacht oder durch Zensur, Gefängnis oder gar gezielten Mord zum Schweigen gebracht” schreibt EKD Ratsvorsitzender Dr. Heinrich Bedford-Strohm einleitend zur Materialsammlung.

Biblische Zugänge

Das Kundtun der eigenen Meinung kann ziemlich gefährlich werden für die, die das tun – dann nämlich, wenn ihre Botschaft nicht mit Einklang mit der Meinung der Herrschenden steht. Die Bibel erzählt mehrfach von solchen Prophetinnen und Verkündigern, die trotzdem den Mund aufmachen: Von Ester, der klugen Königin und mutigen Diplomatin. Sie nutzt ihre Möglichkeiten, um rechtzeitig einzuschreiten, um ein gegen das jüdische Volk im Großreich Persien gerichtetes Pogrom zu verhindern.

Mit den Propheten des Alten Testaments, die ja so etwas wie die „Pressestelle“ ihres Gottes und Auftraggebers waren, verhält es sich nicht viel anders. Sie nehmen Lebensgefahr in Kauf, um Gottes Wort und Wahrheit kundzutun und die Menschen zur Umkehr und zum Ablassen von ihren Übeltaten zu bewegen.

Auch Johannes der Täufer, Jahrhunderte später, bezahlt sein öffentliches Auftreten samt seiner harschen Kritik am Königspaar Herodes und Herodias mit dem Leben.

Jesus erinnert in der Bergpredigt an solche Propheten und Märtyrer, wenn er sie seligpreist und ihr Handeln noch im Nachhinein segnet: „Selig sind, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird Euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor Euch gewesen sind.“

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