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Gedenken

Beschädigte Seele Europas

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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat in Brüssel der Opfer der Terroranschläge vom vergangenen Monat gedacht. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, und die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, legten nach einer Andacht im Europaviertel am 23. April an der U-Bahnstation Maelbeek Blumen nieder und stellten eine Kerze auf.

Bei den Anschlägen auf die U-Bahn und den Brüsseler Flughafen am 22. März wurden nach Behördenangaben 32 Menschen in den Tod gerissen.

Gefährdetes Friedensprojekt Europa

Das Gedenken war Teil eines dreitägigen Besuchs des Rates in Brüssel. Auf dem Programm standen Gespräche mit EU-Spitzenpolitikern unter anderem zur Flüchtlingskrise sowie eine turnusmäßige Ratssitzung. Dabei verabschiedete das Gremium am 23. April einstimmig eine Erklärung, in der vor einer existentiellen Gefährdung des Friedensprojekts Europas gewarnt wird.
Die Europäische Union stehe "am Scheideweg", erklärte der Rat. Die freiheitlichen, sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Errungenschaften Europas würden durch Populisten, Extremisten und den schwindenden Rückhalt in den Mitgliedsstaaten gefährdet.
"Auch das Wachsen sozialer Ungleichheiten und Spannungen und die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich schaffen Enttäuschungen und gefährden den Zusammenhalt in Europa", heißt es in der Europa-Erklärung des EKD-Rates. "Europa muss als Wertegemeinschaft deutlich erkennbar bleiben, seine sozialen Konturen schärfen und der Jugend eine Perspektive geben."

Sichere und legale Wege für Schutzsuchende gefordert

In der Erklärung spricht sich der Rat der EKD erneut für sichere und legale Wege für Schutzsuchende und Migranten in die Europäische Union aus. "Opfer von Gewalt und Terror an Grenzzäunen mit Waffengewalt abzuwehren oder im Mittelmeer ertrinken zu lassen, beschädigt die Seele Europas." Notwendig sei die Einrichtung eines gemeinsamen europäischen Asylsystems mit einheitlich hohen Schutzstandards.
Der Rat der EKD setzt sich aus 15 Theologen und Nichttheologen zusammen. Er ist neben der Synode und der Kirchenkonferenz eines der Leitungsorgane der EKD und vertritt sie in der Öffentlichkeit, unter anderem indem er zu religiösen und gesellschaftlichen Fragen Stellung nimmt.