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Abschluss Herbstsynode 2016

Hessen-Nassaus Synode: Syrien, Judentum und Haushalt fest im Blick

Esther Stosch

Mit zahlreichen Entscheidungen ist die Herbsttagung der hessen-nassauischen Kirchensynode am Samstag zu Ende gegangen. Vom Haushalt 2017 über eine Friedensresolution bis zu einer beeindruckenden Gastrednerin aus Griechenland reichten die Tagesordnungspunkte.

Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat ihre Herbsttagung am Samstag (26. November) mit einem Appell an die politisch Verantwortlichen in Deutschland und Europa beendet, sich stärker für den Frieden in Syrien einzusetzen. In einem ergreifenden Gastbeitrag hatte sich am Vortag zudem die griechische Flüchtlingsaktivistin Efi Latsoudi für mehr Solidarität in der EU ausgesprochen. Außerdem erinnerten die 140 Delegierten bei ihrem viertägigen Zusammentreffen in Frankfurt am Main an die Neubestimmung des Verhältnisses zum Judentum vor 25 Jahren. Schließlich wurde auch der kirchliche Haushalt für das kommende Jahr mit einem Volumen von 595 Millionen Euro verabschiedet. Daneben standen über 30 weitere Entscheidungen wie etwa die Wiederwahl des Propstes für Rheinhessen, Klaus Volker Schütz, auf der Tagesordnung. Die EKHN hat rund 1,6 Millionen Mitglieder in 1151 Gemeinden. Sie reicht in etwa von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden. Rund ein Viertel des Kirchengebiets gehört zwischen Bad-Marienberg und Worms auch zu Rheinland-Pfalz.

Stärkere Friedensbemühungen in Syrien angemahnt

In einer Resolution forderte die Kirchensynode deutlichere Friedensbemühungen in Syrien. Die evangelischen Delegierten riefen Politiker in Deutschland und Europa dazu auf, „den Friedensprozess unter Verantwortung der Vereinten Nationen zu stärken und zivile Friedensinitiativen vor Ort einzubeziehen“. Zudem soll der Druck auf die am Krieg in Syrien beteiligten Staaten wie Russland, Iran, Saudi-Arabien, die Türkei, die USA und andere Länder verstärkt werden, damit „sie ihre Eskalationspolitik in Syrien beenden“. Besonders besorgt zeigte sich die Synode in ihrem Text darüber, „dass der Familiennachzug zu syrischen Flüchtlingen in Deutschland zurzeit immer weiter eingeschränkt wird“. Der Familiennachzug zu in Deutschland lebenden Syrern müsse erleichtert werden. 
Mehr zur Resolution und Wortlaut:

www.ekhn.de/ueber-uns/aufbau-der-landeskirche/kirchensynode/berichte/detailsarchiv/news/syrien-synode-fordert-mehr-friedensbemuehungen.html)

Europaweite Solidarität eingefordert

In einem Gastbeitrag vor den Synodalen hatte die griechische Flüchtlingsaktivistin Efi Latsoudi die gegenwärtige Migrationspolitik der EU scharf kritisiert. „Die Abmachungen mit der Türkei bedeuten eine düstere Zukunft für die Flüchtlinge und Europa“, erklärte sie. „Ein Europa ohne Solidarität und die Achtung der Menschenrechte ist nicht mehr Europa“, sagte die 48 Jahre alte Psychologin, die vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR für ihr Engagement für Hilfesuchende auf der griechischen Insel Lebsos ausgezeichnet wurde. In einer Situation, in der politische Entscheidungen „Angst verbreiten und Menschenrechte in Gefahr bringen“, müssten alle demokratisch gesinnten Bürger selbst handeln und ihre Position klar zum Ausdruck bringen. „Angst ist keine Lösung. Solidarität ist eine Lösung für eine offene und friedfertige Gesellschaft“, so Latsoudi, die sich in Griechenland mit Ehrenamtlichen für Geflüchtete einsetzt.
Mehr zu Efi Latsoudi: www.ekhn.de/ueber-uns/aufbau-der-landeskirche/kirchensynode/berichte/detailsarchiv/news/interview-der-tod-und-die-ungewissheit-sind-am-schlimmsten.html

Paradigmenwechsel im evangelisch-jüdischen Verhältnis gewürdigt

In einer Feierstunde erinnerten die Synodalen an den 25. Jahrestag der Änderung ihres Grundartikels. 1991 revidierte die Synode den in etwa mit einer Präambel vergleichbaren Gesetzestext und untermauerte darin die enge Verbindung zum Judentum. Damit entzog sie Antijudaismus und Antisemitismus jegliche theologische Grundlage und regte eine Neuorientierung des christlichen Verhältnisses zum Judentum an. Der hessische Kultusminister Alexander Lorz lobte die hessen-nassauische Kirche für ihren Schritt. Aufgrund der „historischen Verantwortung und der historischen Schuld“ sei es bis heute wichtig, den christlich-jüdischen Dialog auf überregionaler und internationaler Ebene zu führen. Der wissenschaftliche Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, Doron Kiesel, bezeichnete die Erweiterung des Grundartikels als „Paradigmenwechsel im protestantisch-jüdischen Verhältnis“. Der Präses der Kirchensynode, Ulrich Oelschläger erklärte, dass „das Zusammenleben von Christen und Juden in unserer Geschichte zarte Knospen zeigt, aber immer wieder auch Verletzung und Zerstörung“. Umso wichtiger sei das Gespräch zwischen beiden Glaubensrichtungen. In der Feierstunde wurde zudem Martin Stöhr (84) mit der Martin-Niemöller-Medaille ausgezeichnet. Der frühere Akademiedirektor erhielt die höchste Ehrung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für seine über sechs Jahrzehnte erworbenen Verdienste im Dialog zwischen Juden und Christen. 
Mehr zum Thema Judentum: www.ekhn.de/ueber-uns/aufbau-der-landeskirche/kirchensynode/berichte/detailsarchiv/news/kirche-feiert-meilenstein-der-theologie.html

Haushalt mit „Problemsignalen“ verabschiedet

Die Synode beschloss den 595 Millionen Euro umfassenden Haushalt für das kommende Jahr einstimmig. Das EKHN-Budget geht für 2017 von 505 Millionen Euro Einnahmen durch Kirchensteuern aus. Der hessen-nassauische Finanzdezernent Heinz Thomas Striegler bezeichnete den Etat als einen „Haushalt mit ersten Problemsignalen“. Nach Jahren von steigenden Kirchensteuern blieben sie derzeit hinter den Erwartungen zurück. Für 2018 kündigte Striegler ein neues Einsparkonzept in der EKHN mit einem Volumen von mindestens zehn Millionen Euro jährlich an.
Mehr zum Haushalt: www.ekhn.de/ueber-uns/aufbau-der-landeskirche/kirchensynode/berichte/detailsarchiv/news/neuer-kirchen-haushalt-mit-problemanzeigen.html

Impulspost-Aktionen bestätigt

Die EKHN wird auch in Zukunft ihre Mitglieder in knappt einer Millionen evangelischen Haushalten mit besonderen Briefen anschreiben und thematische Aktionen dazu anbieten. Die Synode entschied, die sogenannte „Impulspost“ fortzuführen. Die vor vier Jahren erstmals gestartete Initiative ist auch mit einer aktiven Beteiligung der Gemeinden verbunden, wird per Internet sowie in sozialen Netzwerken unterstützt und durch ein eigenes Seelsorgeteam begleitet. Zuletzt wurden im Oktober Themenbriefe unter dem Motto „Worüber reden wir“ mit Kernsätzen der Bibel auf einem Bierdeckel an alle Kirchenmitglieder verschickt.

Propst Schütz und neue Kirchenleitungsmitglieder gewählt

Mit großer Mehrheit wurde Dr. Klaus Volker Schütz als Propst für Rheinhessen auf der Herbsttagung der Synode bestätigt. Der 60 Jahre alte Theologe hat das Leitungsamt mit Dienstsitz in Mainz seit dem Jahr 2000 inne. Er wurde nun für eine vierte Amtszeit wiedergewählt, die am 1. April 2018 beginnt und sechs Jahre dauert. In der Region Rheinhessen, die sich von Mainz, Bingen und Ingelheim über Alzey bis Worms erstreckt, ist Schütz bislang für knapp 200.000 Evangelische in 140 Kirchengemeinden zuständig. Neu gewählt wurden zudem drei neue ehrenamtliche Gemeindemitglieder in die hessen-nassauische Kirchenleitung. Christian Harms (Laubuseschbach), Gabriele Schmidt (Wiesbaden) und Dore Struckmeier-Schubert (Frankfurt) gehören ab 2017 dem 18-köpfigen Leitungsgremium der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für die kommenden sechs Jahre an. 

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